Stout
Stout: Die Seele der Dunkelheit
Stout ist ein dunkles, obergäriges Bier mit einer Reihe von Variationen, darunter Dry Stout, Oatmeal Stout, Milk Stout und Imperial Stout. Die erste bekannte Verwendung des Wortes „Stout“ für Bier stammt aus einem Dokument aus dem Jahr 1677, in dem es „starkes“ Bier bedeutete, nicht unbedingt dunkles Bier. Im Laufe der Zeit wurde es zum Synonym für die dunkelsten Ales.
Eine kurze Geschichte: Vom Porter zum Stout
Die Geschichte des Stout ist untrennbar mit der Geschichte des Porter verbunden.
- Die Porter-Ära: Im London des 18. Jahrhunderts war Porter der dominierende Stil – ein dunkles, gehopftes Bier, das bei den Trägern (Porters) auf den Straßen und am Fluss beliebt war.
- Die Bezeichnung „Stout“: Stärkere Versionen von Porter wurden „Stout Porter“ genannt. Schließlich wurde das „Porter“ weggelassen, und der Stil wurde einfach als „Stout“ bekannt.
- Black Patent Malt: Im Jahr 1817 ermöglichte die Erfindung der Rösttrommel die Herstellung von sehr dunklen, fast schwarzen Malzen ohne brandigen, beißenden Geschmack. Dies definierte die moderne Farbe und das Geschmacksprofil von Stout.
Gängige Stout-Stile
1. Dry Stout (Irish Stout)
Das berühmteste Beispiel ist Guinness. Es zeichnet sich durch seine tiefschwarze Farbe, eine mit Stickstoff erzeugte cremige Schaumkrone und einen trockenen, kaffeeähnlichen Abgang aus. Oft wird geröstete Gerste anstelle von Malz für den scharfen Röstcharakter verwendet.
2. Oatmeal Stout
Eine süßere, weichere Variante, bei der dem Maischen Hafer hinzugefügt wird. Dies sorgt für ein seidiges, samtiges Mundgefühl und subtile nussige Aromen.
3. Milk Stout (Sweet Stout)
Gebraut mit Laktose (Milchzucker). Da die Hefe Laktose nicht vergären kann, behält das Bier eine deutliche Restsüße und einen cremigen Körper.
4. Imperial Stout (Russian Imperial Stout)
Der König der Stouts. Ursprünglich in London für den Export an den Hof von Katharina der Großen in Russland gebraut. Es ist alkoholstark (8–12 %+), extrem reichhaltig und weist intensive Aromen von dunklen Früchten, Schokolade und geröstetem Getreide auf.
Sensorisches Profil
- Aussehen: Undurchsichtig schwarz bis tiefbraun. Verfügt in der Regel über eine dichte, beige oder braune Schaumkrone.
- Aroma: Von Röstaromen dominiert. Erwarten Sie Kaffee, Bitterschokolade, Kakao und manchmal einen Hauch von dunklen Früchten (besonders bei stärkeren Versionen).
- Geschmack: Variiert von der scharfen Bitterkeit gerösteten Getreides in einem Dry Stout bis zur seidigen Süße eines Milk Stout. Hopfenbittere ist meist vorhanden, aber dem Malz untergeordnet.
- Mundgefühl: Mittlerer bis sehr voller Körper. Cremig, glatt und oft als „dickflüssig“ wahrgenommen.
Servieren und Gläser
- Temperatur: Nicht zu kalt servieren. Am besten bei 10–13 °C genießen, damit sich die komplexen Röstaromen entfalten können.
- Gläser:
- Pintglas (Nonick): Der Standard für Irish Stouts.
- Snifter (Schwenker): Für alkoholstarke Imperial Stouts, um die Aromen zu konzentrieren.
- Tulpe: Hervorragend für die meisten Varianten geeignet.
Speisenbegleitung
- Austern: Eine klassische viktorianische Kombination. Die Salzigkeit der Auster ergänzt die röstige Bitterkeit eines Dry Stout.
- Gegrilltes Fleisch: Die Röstaromen eines Steaks oder BBQs passen perfekt zu den Röstnoten des Bieres.
- Desserts: Schokoladenkuchen, Brownies oder Vanilleeis.