Session IPA
Session IPA: Großer Geschmack, bewusster Alkoholgehalt
Die Session IPA ist ein Phänomen der modernen Craft-Bier-Welt. Sie entstand aus dem Wunsch, die intensiven Aroma- und Geschmacksprofile eines traditionellen India Pale Ale zu genießen, während der Alkoholgehalt niedrig gehalten wird (typischerweise zwischen 3,7 % und 5,0 % Vol.). Dies ermöglicht es, mehrere Gläser über eine „Session“ (Sitzung) hinweg zu genießen, ohne zu schnell zu berauschen.
Das Konzept der „Sessionability“
Der Begriff „Session“ hat seine Wurzeln in der britischen Trinkkultur, insbesondere in den Gesetzen des frühen 20. Jahrhunderts, die festlegten, wann Arbeiter trinken durften. Ein „sessionable“ Bier ist ausgewogen, erfrischend und hat so wenig Alkohol, dass man mehrere davon genießen kann, ohne die Klarheit zu verlieren.
Was macht eine Session IPA aus?
Die Herausforderung für Brauer besteht darin, ein Bier zu kreieren, das leicht und süffig ist, sich aber nicht „wässrig“ oder „dünn“ anfühlt.
- Späte Hopfengabe & Dry Hopping: Um das massive Hopfenaroma ohne überwältigende Bittere zu erreichen, geben Brauer große Mengen Hopfen erst spät beim Kochen oder während der Gärung (Kalthopfung) hinzu.
- Spezialmalze: Oft werden kleine Mengen Spezialgetreide wie Hafer oder Roggen hinzugefügt, um ein volleres Mundgefühl (Körper) zu erzeugen, das sonst aufgrund des geringeren Basismalzes verloren ginge.
- Balance: Eine großartige Session IPA balanciert einen spritzigen, trockenen Abgang mit einem lebendigen „Hopfensaft“-Charakter.
Merkmale der Session IPA
- Farbe: Sehr helles Strohgelb bis hell bernsteinfarben. Meist klar, obwohl Hazy/NEIPA-Versionen sehr beliebt sind.
- Malzprofil: Sehr gering ausgeprägt. Es dient lediglich als dezentes brotiges oder keksartiges Rückgrat für den Hopfen.
- Hopfenprofil: Intensiv! Erwarten Sie Noten von Zitrusfrüchten (Grapefruit, Orange), tropischen Früchten (Mango, Passionsfrucht), Pinie oder floralen Kräutern.
- Bittere: Mittel bis mittelhoch. Sie sollte deutlich spürbar sein, aber nicht so nachhängend oder aggressiv wie bei einem Double IPA.
Sensorisches Profil
- Aussehen: Hellgold mit einer feinen, aber beständigen weißen Schaumkrone.
- Aroma: Ein kraftvolles Hopfenbouquet. Sobald das Bier eingegossen ist, sollten frische Früchte oder harzige Pinie wahrnehmbar sein.
- Geschmack: Eine Explosion von Hopfengeschmack – Zitrus, Pinie oder tropische Früchte – gefolgt von einer reinen, leichten Malzpräsenz und einem spritzigen, bitteren Abgang.
- Mundgefühl: Leichter Körper, aber mit genug Textur, um nicht wässrig zu wirken. Hohe Karbonisierung verstärkt die erfrischende Wirkung.
Servierempfehlungen
- Temperatur: Am besten kalt serviert, bei etwa 4–7 °C, um die Spritzigkeit zu betonen.
- Gläser: Ein IPA-Glas (mit seinen charakteristischen Einkerbungen zur Belüftung) oder ein Standard-Shaker-Pint.
Speisenbegleitung
Session IPAs eignen sich hervorragend für geselliges Essen:
- Scharfes Street Food: Perfekt zu Tacos, scharfen Wings oder Szechuan-Gerichten. Der Hopfen ergänzt die Gewürze, ohne dass der Alkohol die Schärfe unangenehm verstärkt.
- Burger und Pizza: Die Bittere schneidet perfekt durch fetthaltigen Käse und frittierte Speisen.
- Gegrillte Ananas / Fruchtsalate: Die tropischen Hopfennoten harmonieren wunderbar mit Fruchtaromen.
- Würziger Käse: Passt gut zu kräftigem Cheddar oder Blauschimmelkäse.
Die Session IPA ist der ultimative Kompromiss für den modernen Bierliebhaber. Sie bietet die Komplexität und Aufregung der Hopfenwelt in einem Format, das Rücksicht auf Ihren nächsten Morgen nimmt.